Welche Rolle und Technik eignet sich für strukturierte Raufasertapete

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Welche Rolle und Technik eignet sich für strukturierte Raufasertapete

Strukturierte Raufasertapete mit ihrer körnigen Oberfläche stellt beim Streichen besondere Anforderungen, denn die Wahl der falschen Rolle führt schnell zu Schlieren, Blasen oder einer ungleichmäßigen Abdeckung. Entscheidend ist zunächst die Rollenbreite: Für große Wandflächen empfehle ich eine Breite von 25 bis 30 Zentimetern, mit der Sie in zügigen, parallelen Bahnen arbeiten können, ohne dass die Farbe zwischendurch antrocknet. Noch wichtiger ist der Flor, also die Länge der Faser, und hier gilt die Faustregel: Je gröber die Struktur der Tapete, desto länger muss der Flor sein. Bei einer typischen Raufaser mit mittlerer bis grober Körnung sollten Sie zu einer Rolle mit einem Flor von 18 bis 22 Millimetern greifen. Ein zu kurzer Flor erreicht nur die Spitzen der Struktur, während die Täler ungefärbt bleiben und nach dem Trocknen hell durchscheinen. Ein zu langer Flor hingegen nimmt zu viel Farbe auf, die er dann unkontrolliert abgibt, was zu dicken Farbschichten in den Vertiefungen führt. Achten Sie zudem auf ein nahtloses, weiches Gewebe aus Polyamid oder einem Mischgewebe, denn harte Borsten hinterlassen auf der Raufaser sichtbare Spuren. Wenn Sie diese Grundregel beachten, wird das raufasertapete streichen deutlich einfacher, da die Rolle die Farbe gleichmäßig in alle Unebenheiten einarbeitet.

Neben der Rolle ist die Technik mindestens ebenso wichtig, und sie unterscheidet sich grundlegend vom Streichen glatter Wände. Beginnen Sie immer in einer Ecke und arbeiten Sie von oben nach unten in Bahnen, wobei jede Bahn die vorherige um etwa fünf bis zehn Zentimeter überlappen sollte. Entscheidend ist der Druck: Üben Sie nur sehr leichten Druck aus, denn die Struktur soll die Farbe aufnehmen, nicht aus ihr herausgequetscht werden. Drücken Sie zu fest, verformen Sie die Noppen und die Farbe sammelt sich in unschönen Rillen. Bewegen Sie die Rolle langsam und gleichmäßig, ohne zu ruckartig zu beschleunigen, und arbeiten Sie im sogenannten „Nass-in-Nass"-Verfahren: Das bedeutet, Sie gehen direkt nach dem Auftragen mit der Rolle ohne zusätzliche Farbe nochmals über die frisch gestrichene Bahn und „ziehen" die Farbe dabei leicht nach. So  Details ansehen  in den Tälern der Raufaser optimiert. Ein häufiger Fehler ist es, zu viel Farbe auf einmal aufzunehmen; tauchen Sie die Rolle nur bis zur Hälfte in den Farbeimer und rollen Sie sie auf der Abstreiffläche gut ab, bis sie gleichmäßig getränkt ist. Nur so vermeiden Sie Spritzer und Ansammlungen an den Rändern. Wenn Sie diese Technik beherrschen, fühlt sich das raufasertapete streichen fast meditativ an, weil die Struktur Ihnen hilft, Fehler zu kaschieren – vorausgesetzt, Sie bleiben geduldig.



Für sehr feine Strukturen, die kaum über die Papieroberfläche hinausragen, reicht ein mittlerer Flor von zehn bis zwölf Millimetern, aber bei stark wechselnden Unebenheiten sollten Sie die dickere Rolle wählen und notfalls zweimal streichen. Beim zweiten Anstrich, der oft nötig ist, um ein sattes Farbergebnis zu erzielen, müssen Sie besonders auf die Trocknungszeit achten: Warten Sie, bis die erste Schicht komplett durchgetrocknet ist, sonst lösen Sie beim Überrollen die nasse Farbe wieder an und es entstehen Flecken. Arbeiten Sie beim zweiten Mal in entgegengesetzter Richtung zur ersten Bahn, also einmal senkrecht und einmal waagerecht, wenn Ihre Raumsituation das zulässt; so decken Sie die Körnung optimal ab. Ein Tipp, der oft vergessen wird: Reinigen Sie die Rolle vor dem ersten Gebrauch kurz mit Wasser und lassen Sie sie gut abtropfen, denn lose Fasern oder Staub aus der Herstellung können sonst in die Farbe gelangen und auf der Tapete sichtbare Flusen hinterlassen. Wenn Sie diese Nuancen beachten, wird das raufasertapete streichen zu einem zuverlässigen Projekt, und das Ergebnis überzeugt durch eine gleichmäßige, tiefe Farbwirkung. Für Bereiche hinter Heizkörpern oder an Kanten verwenden Sie einen schmalen Handroller mit langem Flor und arbeiten Sie in kurzen, kreisenden Bewegungen, damit auch dort keine weißen Stellen zurückbleiben. Am Ende zählt die sorgfältige, ruhige Ausführung mehr als jede Spezialausrüstung.